Heutzutage: Frankreich, Deutschland, Europa
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- Bericht
- November 2019

In unserem letzten Salon, Anfang November 2019 während der französischen Filmtage Tübingen-Stuttgart, ging es um den französischen und den deutschen Film.
In dem lebendigen Gespräch stand die Frage im Mittelpunkt, warum das Kino in Frankreich immer noch eine so große Rolle spielt (über 3 Kinobesuche pro Einwohner im Jahr), während es in Deutschland schon weitgehend von anderen Medien verdrängt wurde (nur 1,5 Besuche).
Abgesehen von der intensiveren Filmförderung in Frankreich brachte Denis Dercourt einen interessanten Aspekt in die Diskussion:
Im französischen Film wird immer noch ein (Film-) Starkult gepflegt, der sich auch auf der internationalen Bühne auszahle; der fehle weitgehend in Deutschland.
Der Salon war mit ca. 30 Personen gut besucht.
![]() Denis Dercourt, französischer Regisseur |
![]() Christopher Buchholz, Leiter der Filmtage |
![]() Anna Luise Dietzel, Betreuung der deutsch-französischen Koproduktionen |
![]() Tom Dercourt, französischer Filmproduzent |
- Details
- Von: Ralf Kröner
- Fakten
- Oktober 2019
Zusammenfassung eines Artikels auf der Website http://www.deutschland-frankreich.diplo.de, die vom deutschen Auswärtigen Amt und dem französischen Ministère des Affaires étrangères herausgegeben wird.
Der Blick auf das Nachbarland im Kino und die Geschichte der cineastischen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich haben eine lange und reiche Tradition: Truffauts „Jules und Jim“ etwa, die vor dem ersten Weltkrieg in den deutschen Schwarzwald flüchten, oder Volker Schlöndorffs Verfilmung von Marcel Prousts „Un amour de Swan“.
Diese Tradition spiegelt sich auch in zahlreichen Abkommen, Institutionen und Festivals wider: 1990 wurde der deutsch-französische Fernsehsender ARTE gegründet, im Jahr 2000 die deutsch-französische Filmakademie von Gerhard Schröder und Jacques Chirac ins Leben gerufen und 2001 das deutsch-französische Filmabkommen unterzeichnet.
Die Zahlen
(zusammengestellt von der deutsch-französischen Filmakademie für das Jahr 2017: https://www.das-rendez-vous.org/filmakademie/ )
Dass in Frankreich das Kino, und vor allem das französische Kino, eine größere Rolle spielt als das Kino in Deutschland, zeigt ein Blick in die Statistik:
| Frankreich | Deutschland | |
| Einwohner | 67,2 Mio | 82,5 Mio |
| Kinobesucher | 209,4 Mio | 122,3 Mio |
| Kinobesuch pro Einwohner | 3,26 | 1,48 |
| Durchschnittliche Eintrittspreise | 6,59 € | 8,63 € |
| Erstaufführungen (Spielfilme) | 693 | 509 |
| davon Spielfilme des Landes | 359 | 141 |
| Marktanteil französischer Filme | 37,4% | 23,9% |
| Marktanteil US-amerikanischer Filme | 49,2% | 64,90% |
| Deutsch-französische Koproduktionen | 24 | 17 |
In Frankreich findet jährlich das renommierteste aller Festivals statt, das Filmfestival in Cannes, und französische Filme finden auch regelmäßig auf anderen Filmmärkten Beachtung. Auch in Deutschland ist das französische Kino eine echte Alternative zum Kino aus Hollywood.
Dennoch kann auch Deutschland von einem verstärkten cineastischen Austausch profitieren. Seit gut zwanzig Jahren erlebt das deutsche Kino einen Aufschwung. Deutliches Zeichen ist die wachsende Beliebtheit des Filmfestivals Berlinale, die sich zum Filmfestival mit den weltweit meisten Besuchern entwickelt hat.
- Veranstaltung: Ungleicher Wettbewerb – Der französische und der deutsche Film
- Bericht/Postkarte: Der französische und der deutsche Film
- Im Rundbrief: FDFK_Rundbrief_Oktober_2019_06.pdf
- Podiumsdiskussion - Salon
- Juli 2019
- Flugblatt: Link
Wann: Sonntag, 7. Juli 2019, 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Café des Kulturzentrums Merlin, Augustenstr. 72, Stuttgart-West
Eintritt: 5€, Kaffee, Tee und Croissants können bestellt werden
Der französische Präsident Macron bemüht sich immer wieder darum, Bewegung in das deutsch-französische Verhältnis und in die EU zu bringen. Berlin reagiert darauf – vorsichtig ausgedrückt – äußerst zurückhaltend. Kann das gut gehen? Wie sind die Perspektiven der deutsch-französischen Kooperation in und für Europa?
Auf dem Podium:
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Michel Korinman, emeritierter Professor für Geopolitik an der Sorbonne. Heute gibt Korinman die geopolitische Zeitschrift „Outre-Terre“ heraus und ist Präsident der Europäischen Akademie für Geopolitik in Paris. 1989 erschien sein Buch „Quand l'Allemagne pensait le monde“, im Jahr 2000 „Deutschland über alles, 1890-1945”. |
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Jonas Metzger ist Absolvent des deutsch-französischen Bachelor/Master-Studiengangs der Politik- und Sozialwissenschaften an der Universität Stuttgart und Sciences Po Bordeaux. Er arbeitet heute im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg - im EU-Referat für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Wissenschaft. |
Moderation: Ralf Kröner, Förderverein Deutsch-Französischer Kultur
Kooperationspartner:![]()
- Bericht/Postkarte: Stottert der deutsch-französische Motor?
- Im Rundbrief: FDFK_Rundbrief_Juni_2019_05.pdf
- Bericht
- Juli 2019
Am 7. Juli 2019 ging es in unserem Salon mit dem Titel „Stottert der deutsch-französische Motor?“ um das aktuelle deutsch-französische Verhältnis.
Der emeritierte Professor für Geopolitik an der Sorbonne, Michel Korinman, und der Absolvent des deutsch-französischen Studiengangs der Politik- und Sozialwissenschaften an der Universität Stuttgart und Sciences Po Bordeaux, Jonas Metzger, sprachen mit dem Publikum über die aktuelle Situation in der deutsch-französische Zusammenarbeit.
In der lebendigen Diskussion im gut besuchten Café des Kulturzentrums Merlin wurde deutlich, dass trotz großer Fortschritte das Verhältnis der beiden Länder keineswegs gefestigt ist, sondern dass wir unentwegt daran arbeiten müssen, die deutsch-französische Kooperation zu vertiefen und zu verbessern.
- Veranstaltung: Stottert der deutsch-französische Motor?
- Im Rundbrief: FDFK_Rundbrief_Oktober_2019_06.pdf
- Details
- Von: Ralf Kröner
- Editorial
- Juni 2019
Europa ist in Gefahr, das hat die Europawahl Ende Mai gezeigt. Hauptgewinner sind die Nationalisten, Rechtsradikalen und Europafeinde, die sich in der Fraktion ENF (Europa der Nationen und der Freiheit) im Europaparlament zusammenfinden.
Mit dem Austritt Großbritanniens wächst die Bedeutung Frankreichs und Deutschlands in der Europäischen Union. Zusammen haben sie rund ein Drittel der Bevölkerung ohne Großbritannien und erbringen starke 40% der Wirtschaftsleistung. Sind sich die beiden einig, können sie viel bewirken und Europa voranbringen.
Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron bemüht sich seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren um den Partner im Osten, wirbt unermüdlich dafür, dass Deutschland seine Reformideen für Europa unterstützt, als da sind: eine gemeinsame Asylpolitik, eine soziale Grundsicherung für alle Europäer, gemeinsame Klimaschutzziele, eine europäische Verteidigung und die Schaffung einer europäischen Behörde für den Schutz der Demokratie, die Hackerangriffe und Wahlmanipulationen verhindern soll. Er hält Reden, zu Hause und vor dem DeutschenBundestag, veröffentlicht einen Artikel in deutschen Zeitungen –umsonst. Die Berliner Regierenden zeigen ihm die kalte Schulter. Offenbar halten sie sich an den Ausspruch des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“
Aber kann Europa ohne Fantasie, ohne Zukunftsideen gedeihen?
Natürlich haben die beiden Länder unterschiedliche Voraussetzungen, verschiedene Interessen. Wer seine Energie zu 40% aus Atomkraft gewinnt, kann sich leichter ehrgeizige C02-Ziele vornehmenals Deutschland, das seine Atomkraftwerke stilllegt. Wer wie Deutschland auf den Export setzt, möchte Freihandel. Frankreichs Politik greift traditionell stärker in die Wirtschaft ein als das wirtschaftsliberale Deutschland und muss zudem zusehen, wie diedeutsche Wirtschaft übermäßig vom Euro und von Niedriglöhnen profitiert. Solche Interessensunterschiede sind unvermeidlich. Erstaunlich ist, dass nicht offen darüber gesprochen wird, um Wege zu finden, sie auszugleichen. Und verwunderlich ist, dass vor allem die deutsche Seite gemeinsame politische Initiativen ausbremst, während Europa dringend reformiert werde müsste, was ohne den deutsch-französischen Motor nicht möglich ist.
Darum geht es in unserem Salon am 7. Juli; nicht zuletzt aus der Perspektive der Menschen in den beiden Ländern, der Zivilgesellschaft. Wie wichtig ist ihnen das deutsch-französische Verhältnis und was tun sie dafür? Was können sie überhaupt tun, um es zu verbessern.
Juni 2019
Ralf Kröner
- Im Rundbrief: FDFK_Rundbrief_Juni_2019_05.pdf
- Podiumsdiskussion - Salon
- Februar 2019
- Flugblatt: Link
Salon mit drei Gästen
Wann: Sonntag, 3. Februar 2019, 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Café des Kulturzentrums Merlin, Augustenstr. 72, Stuttgart-West
Eintritt: 5€, Kaffee, Tee und Croissants können bestellt werden
Verständigung ist nur möglich, wenn man dieselbe Sprache spricht.
Wie steht es also mit dem Deutschunterricht in Frankreich und dem Französischunterricht in Deutschland? Nicht besonders gut. Im Schuljahr 2016/17 lernten knapp 18 % der deutschen Schüler Französisch und knapp 16 % der französischen Schüler Deutsch.
Straßburger und Stuttgarter Lehrerinnen berichten in unserem Salon, welche Erfahrungen sie in ihrem Unterricht gemacht haben.
- Die französische Seite vertritt Erika Adouard vom Lycée International des Pontonniers aus Straßburg.
- Aus Stuttgart-Feuerbach kommt Marlene Abele-Lins vom Neuen Gymnasium Leibniz.
Anschließend diskutieren sie mit der Sprachwissenschaftlerin Brigitte Laguerre und dem Publikum nicht zuletzt darüber, wie man das Interesse an der Sprache des Nachbarn verbessern kann.
Dies will übrigens auch der neue Elysée-Vertrag erreichen, der am 22. Januar unterzeichnet wird. Mit ihm soll unter anderem erreicht werden, dass eine höhere Zahl von Schülern die Partnersprache erlernt. Abschlüsse sollen anerkannt, Austauschprogramme, vor allem über das deutsch-französische Jugendwerk, ausgebaut werden.
Moderation: Catherine Gebhardt-Bernot
Kooperationspartner:![]()
- Bericht
- Februar 2019
Am 3. Februar ging es in unserem Dt.-frz. Salon um die Sprache der Anderen. Erika Adouard vom Lycée International des Pontonniers aus Straßburg, Marlene Abele-Lins vom Neuen Gymnasium Leibniz in Stuttgart-Feuerbach und die Sprachwissenschaftlerin Brigitte Laguerre diskutierten mit dem Publikum darüber, warum nur knapp 18 % der deutschen Schüler Französisch und 16 % der französischen Schüler Deutsch lernen, und wie man das ändern kann.
- Details
- Von: Ralf Kröner
- Fakten
- Januar 2019
Neuer Elysée-Vertrag oder auch Aachener Vertrag
Deutschland und Frankreich gelten als Motoren Europas. Aus diesem Grund ist eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen von großer Bedeutung.
Am 22.1.2019 wurde der neue Elysée-Vertrag oder auch Aachener Vertrag von Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron unterzeichnet. Mit diesem Vertrag soll die Zusammenarbeit Frankreichs und Deutschlands auf verschiedenen Ebenen erneuert und gefestigt werden. Dabei ist auch der Erwerb der Sprache des Nachbarn ein wichtiger Punkt:
Kapitel 3 Kultur, Bildung, Forschung und Mobilität, Artikel 10:
„Beide Staaten führen ihr Bildungssysteme durch die Förderung des Erwerbs der Partnersprache (...und) durch Erhöhung der Zahl der Schülerinnen, Schüler und Studierenden, die die Partnersprache erlernen, (…) enger zusammen.“ (Bundesregierung, 19.010.2019 (1))
Damit haben sich Frankreich und Deutschland große Ziele gesetzt. Doch wie sieht die Realität aus?
Deutschunterricht in Frankreich
- 1953 lernten 53% der französischen Schüler Deutsch.
- 2000 besuchten nur noch ca. 18% der französischen Schüler einen Deutschunterricht (euractiv, 10.10.2014, (2))
- Und im Schuljahr 2016/2017 belief sich die Zahl sogar nur noch auf 15,7% (schule bw, 2018 (3))
- Dagegen lernten im Schuljahr 2014/15 ca. 46% der französischen Schüler Spanisch (euractiv).
- Laut schule bw waren es im Schuljahr 2016/17 sogar 57%.
- Auseinandersetzung wegen der „classes bilangues“.
Deutsch kann in diesen doppelsprachigen Klassen in der Mittelstufe, dem Collège, parallel zu Englisch gelernt werden. Seit dem Schuljahr 2016/2017 wurde der Deutschunterricht in den classes bilangues gekürzt. Statt ab der 5 ème (6. Klasse) 3 Stunden in der Woche, wird Deutsch dort nun erst ab der 7.Klasse (4ème) für nur 2 ½ Stunden wöchentlich angeboten (Saarbrücker Zeitung, 14.09.2106 (4))
Französischunterricht in Deutschland
- Veranstaltung: Die Sprache der Anderen: Sprachunterricht im Nachbarland







