

Salon: Lieder: Histoires de femmes - Frauengeschichten
Bericht von Praktikantin: Über eine ganz andere deutsch-französische Begegnung
Französische und deutsche Lieder über Frauen von der Romantik bis Kurt Weill
mit Lena Spohn (Gesang) und Mildred Derenty-Camenen (Piano)
Wann: Sonntag, 7. April 2019, 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Saal des Kulturzentrums Merlin, Augustenstr. 72, Stuttgart-West
Eintritt:
- Vorverkauf: 10 € Studenten und Schüler 9 €, über www.merlinstuttgart.de/tickets
- Tageskasse: 12 € Studenten und Schüler 10 €
Kaffee, Tee und Croissants können bestellt werden
Das deutsch-französische Duo bringt in seinem französischen Repertoire vor allem selten aufgeführte Lieder. Zwischen den Stücken führen sie in die Werke ein.
Anschließend sprechen die beiden Musikerinnen mit der Moderatorin Catherine Gebhardt-Bernot und dem Publikum über ihr Liedprogramm; aber auch darüber, wie sie zusammengefunden haben und wie ihre deutsch-französische Zusammenarbeit funktioniert.
Programm
| Gabriel Fauré (1845-1924) | Le papillon et la fleur |
| Erik Satie (1866-1925) | Daphénéo |
| Lili Boulanger (1893-1918) | Dans l’immense tristesse |
| Hanns Eisler (1898-1962) | Der Sohn |
| Franz Schubert (1797-1828) Franz Liszt (1811-1886) |
Ständchen |
| Franz Schubert (1797-1828) | Romanze |
| Ludwig van Beethoven (1770-1827) | Für Elise |
| Kurt Weill (1900-1950) | Und was bekam das Soldatenweib? |
| Frédéric Chopin (1810-1849) | Etüde op.10/12 Révolutionnaire |
| Robert Schumann (1810-1856) | Aus Frauenliebe und -leben Nr.1 und 4 |
| Kurt Weill (1900-1950) | Je ne t’aime pas |
Duo Mildred Derenty-Camenen und Lena Spohn
Mildred Derenty-Camenen und Lena Spohn lernen sich im August 2014 im Rahmen des Stipendienprogrammes Live Music Now e.V. Stuttgart kennen. Ab Oktober des selben Jahres besuchen sie gemeinsam die Liedklasse der Musikhochschule Stuttgart bei Elif Sahin-Nesweda und Prof. Cornelius Witthoefft, wo sie sich besonders intensiv der französischen Liedliteratur widmen. Im März 2015 nehmen sie an einen Meisterkurs für Liedkunst bei Kai Wessel und Michael Wessel in Bayreuth teil.
Als Duo treten sie regelmäßig und mit großem Erfolg mit verschiedenen Konzertprogrammen in Stuttgart und Region auf. Eine Besonderheit ist dabei, das Interesse für selten aufgeführte Werke vor allem des französischen Liedrepertoires, sowie die Verknüpfung von Musik und Wort in Form von Konzertmoderationen.
Mildred Derenty-Camenen (Pianistin) wurde 1990 in Paris geboren. Sieerhielt ihren ersten
Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Im Jahr 2000 wird sie am Conservatoire National Régional (CNR) Paris in die Klasse von Chantal Fraysse aufgenommen. Unterricht in Musiktheorie und –geschichte, sowie im Zweitinstrument Violoncello ergänzen ihre musikalische Ausbildung. Im Jahre 2009 erhält sie ihr Diplôme d’Etudes Musicales (DEM) und wechselt ihm Ausschluss in der Klavierklasse von Emmanuel Mercier. Während ihres Studiums in Frankreich sammelte die erste Wettbewerbserfahrung und gewinnt u.a. den ersten Preis beim „Concours de Chatou“. Seit 2010 studiert Mildred Derenty-Camenen an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, zunächst bei Professor Nagy, dann in der Klasse von Professor Hans-Peter Stenzl. 2013 erhält sie ihr Diplom im Studiengang Musikwissenschaft an der Sorbonne Paris, 2014 schließt sie ihren Bachelor Klavier solo mit Bestnote ab. Seit April 2014 studiert sie Master Alte Musik (Hammerklavier) in der Klasse Prof. Neonato, ab April 2016 Master Lied bei Prof. Cornelius Witthoefft. Mildred Derenty-Camenen trat bislang als Solistin und Kammermusikerin in zahlreichen Städten Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz auf und nahm an Meisterkursen bei Romano Pallottini, Prof. Michael Wessel, dem Klavierduo Stenzl, Prof. Gilead Mishory, Prof. Konrad Elser , Kristian Bezuidenhout, Malcom Bilson teil. Sie ist Stipendiatin des Richard-WagnerVerbands (2014) und der Yehudi-Menuhin-Stiftung „Live Music Now“.
Lena Spohn (Mezzosopran) geboren in Stuttgart. Ersten Stimmbildungsunterricht erhielt sie als Mitglied des Kinderchores der Staatsoper Stuttgart. Schloß im Februar 2015 ihr Schulmusikstudium mit Hauptfach Violine an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ab. Seit 2013 studiert sie Bachelor Gesang zunächst bei Bernhard Gärtner, seit 2015 in den Klassen von Prof. Ulrike Sonntag und Prof. Georg Nigl. Auftrittserfahrung sammelt die Mezzosopranistin in der Rolle des „Piacere“ in „Die Fette Seele” von Klaus Lang (einer Neubearbeitung von Emilio de Cavalieris „Rappresentatione di Anima et di Corpo”) unter der musikalischen Leitung von Johannes Knecht beim Europäischen Kirchenmusikfestival in Schwäbisch Gmünd. Als Solistin war sie mit dem Freiburger Oratorienchor, den Stuttgarter Choristen und dem Figuralchor, sowie bei diversen weiteren Konzertauftritten in Stuttgart und Region zu hören. Seit der Spielzeit 2012/13 ist sie als Mitglied des Zusatzchores der Staatsoper Stuttgart engagiert. Sie ergänzt ihre Gesangsausbildung durch Meisterkurse u.a. bei Edda Moser, Helene Schneiderman, Hartmut Höll und Angelika Luz. Seit Dezember 2013 erhält sie zudem wichtige Impulse durch die regelmäßige Arbeit mit Margreet Honig. Seit Mai 2014 ist Lena Spohn Stipendiatin von Live Music Now Stuttgart. Derzeit studiert sie im Rahmen des Erasmusprogrammes am CNSMD Paris in der Klasse von Malcolm Walker.
Kooperationspartner:![]()
Eine ganz besondere deutsch-französische Begegnung steht in unserem nächsten Salon auf dem Programm.
Die deutsche Sängerin Lena Spohn und die französische Pianistin Mildred Derenty-Camenen haben sich an der Musikhochschule in Stuttgart kennen gelernt und treten seither gemeinsam auf.

Von einer ganz anderen deutsch-französischen Begegnung berichtet im Folgenden unsere Praktikantin Mimoza Dedaj:
Im Rahmen meines Studiums der Romanistik beschloss ich, im 5. Fachsemester im Ausland zu studieren. Frankreich liegt mir seit meiner Schulzeit sehr am Herzen, weshalb ich mein Auslandssemester auf alle Fälle dort verbringen wollte. Meine Zeit in Paris begann am 2.9.2017 und endete am 22.12.2017. Diese kurzen dreieinhalb Monate waren sehr intensiv und in jeder Hinsicht lehrreich.
Obwohl Frankreich und Deutschland Nachbarn sind, ist es doch sehr erstaunlich, welche kulturellen und bürokratischen Unterschiede es gibt. Eines der bekanntesten Klischees über Deutschland und Frankreich ist, dass Deutsche sehr pünktlich und Franzosen eher unpünktlich sind. Dieses Klischee hat sich während meines Aufenthalts in Frankreich mehr als einmal bewahrheitet. Auch wenn die Vorlesungen in der Regel pünktlich starteten, so kam es doch immer wieder vor, dass Sekretariate, deren Sprechzeiten um 14:00 Uhr beginnen sollten, erst um 14:15 Uhr öffneten.
Auf persönlicher Ebene habe ich viel über die Verhaltensweisen der Menschen lernen können. Das fängt schon bei der Begrüßung an. Immer, wenn ich jemand neues kennengelernt habe, wurde ich mit einem Kuss auf die Wangen begrüßt. Das habe ich in Deutschland nicht erlebt. Obwohl es eine Kleinigkeit ist, habe ich doch auf diese Weise den Eindruck bekommen, dass ich sofort herzlich empfangen wurde. Vor allem habe ich in meiner Zeit in Frankreich aber gelernt, dass ein Aufenthalt im Land der beste Weg ist, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, weil man sehr viele Alltagsbegriffe mitbekommt, die man in der Uni nicht lernt.
Sehr schön war auch, dass ich die Möglichkeit hatte, alle Sehenswürdigkeiten der wunderschönen Stadt Paris anzuschauen, so oft ich wollte. Es ist wirklich sehr faszinierend, wie groß und verschieden eine Stadt sein kann, denn oft hatte ich den Eindruck, ich befände mich an einem anderen Ort und nicht mehr in Paris. Als ich zum Beispiel im jüdischen Viertel war, war das so, als ob es eine kleine abgeschottete Stadt gibt, die ihre eigene Kultur und ein eigenes Leben hat. Danach den Eiffelturm zu sehen, ist wie eine Reise in eine völlig andere Welt.
Durch meinen Aufenthalt habe ich verschiedene Menschen kennenlernen können, mit denen ich zum Teil noch in Kontakt stehe. Im Großen und Ganzen war mein Auslandssemester eine wundervolle und unglaubliche Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen will. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich auf jeden Fall wieder dorthin gehen.
März 2019
Mimoza Dedaj
Am 21. und 22. Januar 2019 waren wir im Geschwister–Scholl-Gymnasium in Stuttgart-Sillenbuch, im Wagenburg-Gymnasium und im Heidehof-Gymnasium in Stuttgart-Ost, sowie am 5. und 6. Juni 2019 im Neuen Gymnasium Leibniz in Stuttgart-Feuerbach.
In Zusammenarbeit mit dem Pariser Verein Champs Mêlés wurde dort die französischsprachige Performance Les deux Agathe, Haine et résistance–Souvenirs d’hier et d’aujourd‘hui aufgeführt: Die zwei Agathen, Hass und Widerstand, Erinnerungen an Gestern und Heute.
Autorin und alleinige Darstellerin ist die Schauspielerin und Regisseurin Simone Rist, die Vorsitzende unseres Vereins. Sie erzählt darin die Geschichte eines kleinen Mädchens, dessen Vater in der Résistance ist und von den deutschen Besatzern am Ende des zweiten Weltkriegs getötet wird. Agathe wird von wildem Hass überwältigt, aber es gelingt ihr, diesen Hass im Laufe ihres Lebens zu überwinden.
Im Anschluss an die Vorstellungen fand ein lebhafter Austausch zwischen der Autorin und den Schülern und Schülerinnen der Oberstufe dieser Gymnasien statt. Simone Rist konnte ihre Antworten auf viele Fragen der Schüler auch mit ihren eigenen Erfahrungen als junges Mädchen während der deutschen Besatzung unterstreichen.
Am 3. Februar ging es in unserem Dt.-frz. Salon um die Sprache der Anderen.
Erika Adouard vom Lycée International des Pontonniers aus Straßburg, Marlene Abele-Lins vom Neuen Gymnasium Leibniz in Stuttgart-Feuerbach und die Sprachwissenschaftlerin Brigitte Laguerre diskutierten mit dem Publikum darüber, warum nur knapp 18 % der deutschen Schüler Französisch und 16 % der französischen Schüler Deutsch lernen, und wie man das ändern kann.
Kooperationspartner:
![]()