

Werkstatt auf Französisch: Modigliani à Montparnasse / Modigliani in Montparnasse
Projekt mit Kindern: Valjean
Französische Woche:

Der Politikwissenschaftler und Publizist Alfred Grosser ist am 7. Februar in Paris gestorben. Er wurde 1925 in Frankfurt am Main in eine jüdische Familie geboren, mit der er 1933 nach Frankreich emigrierte. 1940, als die deutsche Wehrmacht Paris besetzte, floh er in den Süden Frankreichs und lebte dort später mit einer neuen Identität. Ab 1942 studierte Grosser Politikwissenschaft und Germanistik erst in Aix-en-Provence, dann in Paris.
Von 1950 bis 1951 war er stellvertretender Leiter des UNESCO-Büros in der Bundesrepublik Deutschland und wurde Mitte der 50er Jahre Professor am berühmten Institut d’études politiques de Paris, kurz „Sciences Po“ genannt.
Alfred Grosser setzte sich intensiv für die deutsch-französische Aussöhnung ein, war ein Wegbereiter des Elysée-Vertrags. Auf zahlreichen Reisen und Vorträgen, mit seinen Artikeln, Büchern und Auftritten in den Medien engagierte er sich für die Verständigung der beiden Nachbarvölker.
Stefan Ulrich schreibt in der Süddeutschen Zeitung: „Bis zuletzt trieb ihn dabei die Frage der Identitäten um. Ein Mensch bestehe nicht aus einer einzigen Identität, etwa als Deutscher oder Jude, argumentierte er. Er habe viele Identitäten. Und die Menschen sollten sich auch nicht von anderen auf eine einzige Identität festlegen lassen. Vielmehr müssten sie in kritische Distanz zu den eigenen Identitäten gehen, um diejenigen der anderen – und insbesondere auch deren Leid – anerkennen zu können.“
Wie wahr und wichtig in einer Zeit, in der Vertreter der „identitären Bewegung“ Menschen, die eine andere Herkunft, Kultur und Sprache haben, vertreiben wollen, wenn sie nicht noch Schlimmeres vorhaben.
Alfred Grosser war und ist deshalb auch ein Gewährsmann des Fördervereins Deutsch-Französischer Kultur. In unserer Satzung haben wir uns verpflichtet, dazu beizutragen, „eine deutsch-französische kulturelle Identität zu entwickeln“.
Februar 2024
Ralf Kröner

Werkstatt auf Französisch
Wann und wo:
Anmeldung: Kurs Französisch 241- 49300 bei der VHS Stuttgart
In der Modigliani-Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart entdecken wir eine Persönlichkeit, die das Viertel Montparnasse in Paris hervorragend darstellt: Amedeo Modigliani. Er kommt als letzter symbolischer Erbe des Quattrocento aus Italien auf den Pariser Montmartre, in dem es nur so wimmelt von noch unbekannten Künstlern wie Picasso und Soutine.
Am ersten Abend geht es um das Leben Modiglianis. Er hat kein Geld, irrt in den Cafés und Ateliers herum. Dadurch verstehen wir seine Arbeiten besser, die wir eine Woche später bei der Führung durch die Ausstellung in der Staatsgalerie gemeinsam entdecken werden (Führung mit Mikrofon und Kopfhörer).
Veranstaltung VHS und Führung Staatsgalerie (auf Französisch): Catherine Gebhardt-Bernot, Förderverein Deutsch-Französischer Kultur, in Kooperation mit der Volkshochschule Stuttgart und den Amis de l'Institut français Stuttgart
Kooperationspartner:
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Einführung zur Romanbearbeitung und den Workshops/Ateliers, sowie Theateraufführungen
Workshops / Ateliers: Mo., 19. – Fr., 23.02.2024
Aufführungen: 19:30, Mo. 19., Mi. 21.02. öffentlich und Fr. 23.02.24
Wo: im Saal Château des Rohan in Mutzig
Eintritt: Link zu Billetweb
Der Roman „Les Misérables“ von Victor Hugo hatte bei seiner Veröffentlichung 1862 sofort Erfolg. Heute gibt es ca. zehn Bearbeitungen für das Theater (Dabei ist auch das Erfolgsmusical von Robert Hossein hervorzuheben.). Mehr als fünfzig Filmbearbeitungen wurden inzwischen gedreht (Filme, Fernsehfilme, Comics). Dies ist der Beweis der Modernität des Romans, der immer noch eine sehr aktuelle Bedeutung hat.
Unsere Theaterbearbeitung (Christophe Delessart, Étoile & Cie, Paris) zeigt eine andere Herangehensweise, einfach, auf das Wesentliche konzentriert und mit intimer Kenntnis des Meisterwerks Victor Hugos: Ein werkgetreuer Monolog, der dem Autor gerecht wird.
Valjean, der, seit ihn Cosette verlassen hat, in der Einsamkeit lebt, eröffnet seinem Schwiegersohn seine wahre, erschreckende Identität.
Das künstlerische Mittel, allein auf der Bühne stehend, den Roman für die Bühne anzupassen, ist hier das Schreiben eines Briefs an seinen Schwiegersohn. Und in diesem Brief offenbart er sich, durchlebt er erneut die Etappen seines Lebens, die ihn geprägt haben.
Projektteam:
Das Dossier pédagogique der Compagnie Étoile & Cie richtet sich für unser Projekt an die Schüler*innen des Lycée Henri Meck, classe Seconde, in Molsheim/Elsaß sowie des AbiBac-Kurs, Jahrgangsstufe 11, des Kepler-Gymnasiums in Tübingen und an deren Lehrer*innen, die ihren Schüler*innen auf diese Weise durch aktive Mitarbeit über Workshops/Ateliers den Roman Les Misérables und seine Zeit nahebringen werden.
Programm:
Inhalte:
Kooperationspartner:
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Jeux de plateaux
Quand: Dimanche 17 Mars 2024, 13 Uhr
Où: Bistro Einstein, Wilhelmsplatz 5, 70182 Stuttgart
Entrée: libre
Retrouvons-nous au bistrot pour jouer en français à des jeux de plateau
Chacun est libre d'apporter ses jeux préférés.
Französische und deutsche Lieder von Komponistinnen von der Romantik bis ins 20te Jahrhundert.
in Zusammenarbeit mit dem Institut Français Stuttgart
Wann: Donnerstag, 21. März 2024, 19 Uhr
Wo: französisches Institut, Schloßstraße 51 Stuttgart
Eintritt: 15€/erm. 10€
Anmeldung:
Das deutsch-französische Duo präsentiert in seinem französischen Repertoire vor allem selten aufgeführte Lieder. Zwischen den Stücken führen sie in die Werke ein.
Nach dem Konzert sprechen die beiden Musikerinnen mit der Moderatorin Catherine Gebhardt-Bernot und dem Publikum über ihr Liedprogramm; aber auch darüber, wie sie zusammengefunden haben und wie ihre deutsch-französische Zusammenarbeit funktioniert.
Moderation: Catherine Gebhardt-Bernot
Im Programm:
| Clara Schumann (1819-1896) | Walzer |
| Cécile Chaminade (1857-1944) | Malgré nous |
| Johanna Kinkel (1810-1858) | Liebesmacht Die Geister haben’s vernommen |
| Lili Boulanger (1893-1918) | Dans l’immense tristesse |
| Wally Karveno (1914-2015) | La robe de lune |
| Gertrud Schweizer | Die Verlassene |
| Clara Schumann (1819-1896) | Ihr Bildnis |
| Johanna Kinkel (1810-1858) | Du nahst |
| Charlotte Rollé-Jacques (1835-1914) | La Jalousie |
| Augusta Holmès (1847-1903) | La Haine Le Désir |
| Cécile Chaminade (1857-1944) | Plaintes d‘amour |
| Pauline Viardot (1821-1910) | Haï luli ! |
| Fanny Hensel (1805-1847) | Warum sind nur die Rosen so blass |
| Alma Mahler (1879-1964) | Ich wandle unter Blumen |
| Cécile Chaminade (1857-1944) | Tu me dirais |
| Mary Calbreath (1864-1962) | My love rode by |
Kurzbiografie
Mildred Derenty-Camenen und Lena Spohn (Mitglied des Opernchors Staatstheater Stuttgart) lernten sich im August 2014 im Rahmen des Stipendienprogramms Live Music Now e.V. Stuttgart kennen. Beide haben in Deutschland und in Frankreich studiert. Als Duo treten sie regelmäßig und mit großem Erfolg mit verschiedenen Konzertprogrammen auf. Eine Besonderheit ist dabei ihr Interesse für selten aufgeführte Werke, vor allem des französischen Repertoires, sowie die Verknüpfung von Musik und Wort in Form von Konzertmoderation und Austausch mit dem Publikum.
Mildred Derenty-Camenen et Lena Spohn (membre du choeur de l'opéra de Stuttgart) ont fait connaissance en août 2014 dans le cadre du programme de bourses Live Music Now e.V. Stuttgart. Elles ont toutes deux fait des études musicales en France et en Allemagne. Une particularité : elles s'intéressent à des oeuvres rarement jouées du répertoire français et ponctuent leur musique de commentaires au cours d'échanges avec le public.
Les deux musiciennes nous emmènent à la découverte de morceaux peu connus qu'elles aiment, un duo entre Lena Spohn ( mezzosoprano ) et Mildred Derenty-Camenen au piano.
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Der transnationale Widerstand von Frauen in Frankreich
Eine Veranstaltung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg und der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber, Gegen Vergessen – für Demokratie e.V.
Mittwoch, 21. Februar 2024, 17:30 Uhr, Veranstaltung an den Gedenk-Stelen vor dem Gerichtsgebäude in der Urbanstraße 20, 70182 Stuttgart, und anschließend Empfang und Vortrag von Florence Hervé im Gedenkort Hotel Silber, Dorotheenstraße 10, Stuttgart-M.
Golda (Olga) Bancic war die einzige Frau der Résistance-Gruppe Manouchian, die ein deutsches Militärgericht am 21. Februar 1944 in Paris zum Tode verurteilte. Sie wurde in Stuttgart im Lichthof des alten Justizgebäudes hingerichtet.
Am selben Tag der Veranstaltung in Stuttgart, am 21. Februar 2024, dem 80. Jahrestag seiner Hinrichtung, wird Missak Manouchian als erster ausländischer Widerstandskämpfer ins Pariser Panthéon aufgenommen. Die Aufnahme ins Panthéon ist die größte Ehrung, die Frankreich zu vergeben hat.
Golda (Olga) Bancic wurde 1912 in Kischinau (Chișinău) in eine jüdische Familie geboren.
Organisation:

In unserem Salon Anfang Dezember 2023 ging es um das deutsch-französische Verhältnis, das zur Zeit besser sein könnte. Anlass war die Schließung von Goethe-Instituten in Frankreich. Nach einer angeregten Diskussion beschlossen die 25 Gäste, eine Petition an die Bundesregierung gegen die Schließung der Kulturinstitute zu unterstützen.
Am 4. Februar 2024 haben wir die Autorin Helène Bienaimé zur Lesung aus ihrem Buch « Les heures creuses » in unseren Salon eingeladen.
Die Lesung erfolgte in Französisch und Deutsch mit Auszügen aus ihrem in Französisch geschriebenen Buch. Rund 50 Gäste hörten ihre Geschichte von drei deutschen Frauen im Ulm und Stuttgart der Nachkriegszeit mit großem Interesse. In der lebhaften Diskussion ging es dann nicht zuletzt um die verschiedenen Vorstellungen von Erziehung kleiner Kinder (und eigene Erfahrungen) in Frankreich und Deutschland.
Das Publikum |
Hélène Bienaimé (rechts)und Catherine Gebhardt-Bernot |
Im Roman ist Sarah nach der Geburt ihres Kindes hin- und hergerissen. Eigentlich möchte sie wieder als Journalistin arbeiten, aber dann denkt sie, dass sie ihr Kind doch nicht fremden Leuten überlassen kann.
Die „Familiensaga“ erzählt die Geschehnisse meistens aus der Sicht der Frauen mehrerer Generationen und macht ihre Entwicklung in ihrer Rolle in der Gesellschaft deutlich.
« Les Heures creuses » ist ein sehr interessanter deutscher Roman auf Französisch!
(Les heures creuses, Autorin: Hélène Bienaimé, beim Verlag Sauvage)