

Salons:
Für die Entwicklung eines Landes ist es entscheidend, ob Kinder und Jugendliche dort gut leben können und gefördert werden. Wie steht es damit in Deutschland und Frankreich?
Die beiden Bildungssysteme sind sehr verschieden: Dort das zentrale System Frankreichs, in dem eine frühe Schulpflicht ab 3 Jahren gilt und die Ganztagesschule selbstverständlich ist. Hier das föderale, zerklüftete System Deutschlands, in dem Kleinkinder- und Ganztagesbetreuung gerade erst eingeführt wurden und teilweise noch nicht recht funktionieren.

Zu Beginn des Monats sind die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie herausgekommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersucht regelmäßig, was 15-jährige Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Naturwissenschaften, Lesekompetenz, Mathematik und computergestütztes Problemlösen wissen und wie gut sie ihr Wissen in der Praxis anwenden können.
Erstaunlich: beide Länder sind ähnlich mittelmäßig. Deutschland ist hinter der Türkei, Belgien und Litauen auf Platz 23, Frankreich erreicht sogar nur Platz 27. Also bleibt uns nur, den Ärger und die Trauer über die schlechten Ergebnisse gemeinsam mit ein paar Gläsern Bordeaux oder Riesling runterzuspülen?
Halt! Es gibt eine weitere Untersuchung, die eine ganz andere Rangfolge aufstellt. Die UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern vom Mai 2026 untersucht die Verhältnisse in 37 wohlhabenden Ländern. Sie prüft die Fähigkeit in Lesen und Mathematik, erhebt aber auch mentale und körperliche Gesundheit und soziale Fähigkeiten; dabei werden auch die sozialen Verhältnisse berücksichtigt. Die Ergebnisse sind beschämend – für Deutschland. Es schneidet im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich ab und landet auf Platz 25, Frankreich dagegen auf Platz 3.
Wir können also doch voneinander lernen! Das wollen wir auf unserem Nikolaus-Salon am 6. Dezember tun.
September 2026
Ralf Kröner
Musik und Märchen verbinden alle Kulturen
Wann: Sonntag, 11. Oktober 2026, 11:00 - ca. 12:30 Uhr (mit Pause)
Wo: Institut français Stuttgart, Schloßstraße 51, 70174 Stuttgart-Mitte (U-Bahn Liederhalle)
Eintritt: 15€, Grundschüler: 5€
Die Plätze sind auf ca. 60 begrenzt, Reservierung unter
Ursula Branscheid-Kouyaté erzählt afrikanische Märchen auf Deutsch und Französisch, begleitet von ihren Musikern: Kandara Diebaté von Senegal (Kora: afrikanische Harfe) und Mamadi Kouyaté von Mali/Guinea (Balafon: afrikanische Marimba).
Märchen: z.B.
| Der Affe, der König der Tiere werden wollte | Mali Sadjo, l’hippopotame |
| Der Mann, der auf seine Frau hören sollte | La princesse vaniteuse |
| Hase und Hyäne zu Besuch beim Löwen | La hyène et les filles courageuses |
| Der Zaubervogel (Nelson Mandela) |
Für Kinder und Erwachsene:
Da die Kinder nicht so lange stillsitzen können, singen wir zwischendrin Mitmach-Lieder über Afrika. Dabei lernen die Kinder spielerisch etwas über die Geografie oder die Rohstoffe Afrikas.
Analyse/Raten:
Alle Märchen haben ein Pendant bei den deutschen oder französischen Märchen. Wir raten mit den Kindern und Erwachsenen, welchem Grimm’schen Märchen das afrikanische entspricht.
Denn da die Wünsche, Fantasien und Hoffnungen aller Menschen gleich sind, entstanden immer wieder gleiche Märchen-Motive. Märchen dienen somit der Völkerverständigung und beugen Rassismus vor.
Ursula Branscheid-Kouyaté studierte zunächst Jazz-Schlagzeug in Bern und München, widmete sich dann der afrikanischen Musik und den Instrumenten Kora, Balafon und Gesang sowie Afro-Tanz.
Nach 30 Reisen nach Westafrika schrieb sie 6 Lehrbücher über diese Instrumente und unterrichtet an Volkshochschulen und Musikschulen im Raum Stuttgart / Tübingen. Auftritte in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen.
Seit 2015 bietet sie die Projekte „Afrikanische Märchen & Musik“ und „Afrika spielerisch erfahren“ erfolgreich in Schulen und Kitas an. TV-Auftritt in Deutschland und Guinea.
Kandara Diebaté (Senegal) Als Griot-Kind wurde er früh in das Kora-Spiel und Singen sowie in die Geschichten, Legenden und Mythen seines Landes eingewiesen. Er hat bis zum Jahr 2000 im Senegal Kora und Soruba-Trommeln gespielt und gesungen sowie an der Grundschule in Dakar Unterricht für Theaterspiel und traditionelle Lieder für Kinder der 5.–6. Klasse gegeben. 1995-1996 spielte er in einer Theater-Gruppe im Südsenegal und gewann mit seiner Gruppe den 1. Preis beim landesweiten Wettbewerb in Dakar.
Nach seinem Umzug nach Deutschland 2001 hat er neben seinen zahlreichen Workshops für Djembé, Kora und afrikanischen Gesang an Volkshochschulen und Schulen 2007/2008 auch an Konzerten in Kanada (Festival „Nuit d’Afrique“ Montreal) und 2024 an der 4-monatigen Tournee mit dem chinesischen Staatszirkus teilgenommen.
Seit 2015 gehört er zu der Gruppe für „Afrikanische Märchen & Musik“.
Mamadi Kouyaté (Mali/Guinea) hatte ab dem 7. Lebensjahr Balafon-Unterricht bei seinem Großvater und Onkel. Seine Familie besitzt das Ur-Balafon (UNESCO-Weltkulturerbe) von 1205. Er stammt in direkter Linie vom 1. Balafon-Spieler Bala Fasséké Kouyaté aus dem 13. Jh. ab. Ab dem 12. Lebensjahr spielte er bei traditionellen Zeremonien und diversen Vorführungen vor Politikern.
Nach seinem Umzug nach Deutschland 2014 hat er neben Hunderten von Konzerten von Bremerhaven bis in die Schweiz auch Workshops in den Volkshochschulen Tübingen, L.-E., Nürtingen, Leonberg, Inzigkofen, Burg Fürsteneck u.a. gegeben. Seit 2015 gehört er zu der Gruppe für „Afrikanische Märchen & Musik“, sowie seit 2023 zur Gruppe und zum Projekt „Afrika spielerisch erfahren“.
Kooperationspartner:

Wir sind zurzeit in den Vorbereitungen für ein zweisprachiges Schultheaterprojekt mit der Deutsch-Französischen Grundschule Stuttgart-Sillenbuch.
Dieses Projekt wird mit zwei Lehrerinnen, je eine aus der deutschen und der französischen Abteilung, einer Kunstpädagogin und einer Theaterpädagogin sowie mit der Musikpädagogin Ursula Branscheid-Kouyaté, und den afrikanischen Musikern Kandara Diebaté und Mamadi Kouyaté geplant und durchgeführt.
In diesem 5-tägigen Projekt werden die Schüler der 3. Klassen, ihr eigenes Märchen-Theaterstück schreiben, gestalten und spielen.
Deutsch-Französischer Salon
Wann: Sonntag, 6. Dezember 2026, von 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Kulturzentrum Merlin, Augustenstr. 72, 70178 Stuttgart (S-Bahn Schwabstr.)
Eintritt: Der Eintritt ist frei. Stollen, Schnitzbrot und Weihnachtsgutsle gibt es umsonst.
Wir werden einige Fakten und Daten (wie in dieser Ankündigung präsentiert) zusammenstellen, vertrauen dann auf die Kenntnisse unseres Publikums und hoffen auf eine spannende Debatte.
Wir freuen uns über Nikolaus-Spenden für unsere Vereinstätigkeit.
Deutsch-Französischer Salon
Wann: Sonntag, 24. Januar 2027, von 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Kulturzentrum Merlin, Augustenstr. 72, 70178 Stuttgart (S-Bahn Schwabstr.)
Eintritt: 10 € Tageskasse / 7,50 € für Schülerinnen und Studenten, Croissants und Getränke können bestellt werden.
Die Vororte, die banlieues, im Norden
und Osten von Paris sind berüchtigt. Immer wieder kommt es dort zu Auseinandersetzungen zwischen 'des jeunes défavorisés', benachteiligten Jugendlichen, und der Polizei.
Es gibt zwei interessante Filme, die erzählen, wie solche Konflikte entstehen. 'La Haine' hat Mathieu Kassovitz schon in den 90er Jahren gedreht. 'Les Misérables' des Regisseurs, Ladj Ly, aus dem Jahr 2019 hat denselben Titel wie der Roman von Victor Hugo, schildert aber das 'Biotop' eines heutigen Pariser Vororts und erzählt, wie die Spannungen dort eskalieren.
Dass explodierende Gewalt benachteiligter Jugendlicher keine französische Besonderheit ist, zeigt die Stuttgarter 'Krawallnacht', die sich während der Corona-Epidemie in der Stuttgarter Innenstadt ereignete.
Über die Ursachen solcher 'Explosionen' und wie sie verhindert werden können, wollen wir mit der Pariser Soziologin Marie-Hélène Bacqué und dem Leiter des Feuerbacher Jugendhauses, Benjamin Seidl, sprechen und dann natürlich mit unseren Gästen darüber diskutieren.
Blick über Frankreich
Wann: Sonntag, 18. April 2027, von 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Kulturzentrum Merlin, Augustenstr. 72, 70178 Stuttgart (S-Bahn Schwabstr.)
Eintritt: 10 € Tageskasse / 7,50 € für Schülerinnen und Studenten, Croissants und Getränke können bestellt werden.
Am 18. April findet in Frankreich die Präsidentschaftswahl statt und es besteht die Gefahr, dass ein Vertreter des in Teilen rechtsextremen 'Rassemblement National' zumindest im ersten Wahlgang gewinnt. Im 'Rassemblement' sammeln sich Vertreter verschiedener Strömungen.
Das ist Anlass für uns, eine rechtsextreme Gruppierung genauer anzuschauen, die in Frankreich entstanden ist, inzwischen aber in vielen Ländern Fuß gefasst hat, die 'Identitären'. Sie gehen von einer homogenen Volksgemeinschaft aus und streben die kulturelle 'Reinhaltung' der Gesellschaft von Einflüssen an, die sie als 'fremd“ oder sogar 'feindlich' betrachten.
In unserem April-Salon haben die Studentinnen, Orphée Daillet und Pauline Strempel, ihren Kurzfilm gezeigt.
Sie haben 12 Menschen interviewt, die in Deutschland und Frankreich aufgewachsen sind und in beiden Ländern gelebt haben. Den Politik-Studentinnen an den Universitäten Bordeaux und Stuttgart ging es darum, gängige deutschfranzösische Vorurteile ad absurdum zu führen.
Zum Beispiel: Deutsche sind ernst, diszipliniert, pünktlich und Franzosen sind humorvoll und unzuverlässig.



Im Rahmen der französischen Woche hat unser Vereinsmitglied Nicolas Rist einen Nachmittag mit Brettspielen auf Französisch organisiert. Dieser Spielenachmittag im Bistro Einstein erfreute sich wieder großer Beliebtheit.
Im Rahmen der französischen Woche haben wir zu einem Abend mit 50 Jahre des französischen Chansons eingeladen. Alain Fougeras hat gesungen und mit der Gitarre gespielt. Nicolas Rist hat dazu erzählt, wer die Musiker sind, wie sie gelebt haben und wie ihre Chansons entstanden sind. Die Zuhörer waren begeistert und einige haben sogar mitgesungen.



Wir waren Mitveranstalter des Abschlusskonzerts der Französischen Wochen.
Der Pianist Jonathan Fournel hat im Bad Cannstatter Kursaal Werke von Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin, Nikolai Medtner und Franz Schubert gespielt.

Am 12. Juli hat unser Salon im Waldenser-Museum in Ötisheim-Schönenberg stattgefunden.
In der Nähe gibt es Dörfer mit französischen Namen. Sie heißen Pinache, Corres, Serres, Pérouse, weil sie von Waldensern (les Vaudois) gegründet wurden.
Die Waldenser wurden aus dem französischsprachigen Piemont von französischen und italienischen Truppen wegen ihres reformierten Bekenntnisses vertrieben und fanden um 1700 Zuflucht in Württemberg.


